Wenn der Schatten lastet schwer auf dir,
such´nach dir in der Fern.
Brennt das weiße Licht in deinem Herz
wirst du geführt vom silbrigen Stern
- Aus dem Lied des „Zirag Zakar“
Ich wusste, dass es keine angenehme Reise werden würde, denn ein schweres Gefühl ruhte auf meinem Herzen. Doch wusste ich beim Aufbruch noch nicht, woher diese dunkle Gewissheit, dass etwas schreckliches passieren würde, herrührte.
Auf der steten Suche nach verborgenen Wissen in den Gelehrtenhallen Thorin´s fand ich endlich nach einer Antwort, die uns im Kampf gegen das herannahende Böse hilfreich sein sollte. Ich machte mich auf nach DuÃllont, um einen elbischen Freund zu besuchen, der mir Bestätigung in meinem Fund geben könnte.
Doch soweit kam ich nicht. Bevor ich das Elbendorf erreichte, preschten ein gutes Dutzend Reiter aus dem Wald hervor. Meine Vorahnung bestätigte sich. Eilig floh ich zu dem nächstgelegenen Ziel, dass mir Schutz bieten würde. Das Haus der Gemeinschaft der Nenwaith, der Krieger des Wassers. Dort traf ich auf meinen Sohn Daglom, dem ich von meiner Entdeckung und meinen Verfolgern in aller Hast erzählte. Viel konnte ich nicht berichten, denn schon überfielen uns die Schergen des Bösen in unserem Heim. Wir kämpften mit starker Axt und kühnen Worten auf den Lippen, doch schließich überwältigten die dunklen Diener uns.

Ich wachte auf. Daglom war fort, jedoch war ich umgeben von den Freunden des Wassers. Einige Gesichter waren mir bekannt, andere hatte ich noch nie zuvor gesehen. Doch nachdem ich die Lage geschildert hatte, stand eines fest. Wir mussten Daglom aus den Fängen des Bösen befreien.
Meine Studien hatten ergeben, dass der Runenstein „Zirag Zakar“, auch Silberstern genannt, die Gabe besaß, in Ferne Länder zu spähen; ja sogar die zu erblicken, die wir lieben. So war es für uns eindeutig, dass wir mit Hilfe des Sterns nach Daglom suchen wollten.

Wir reisten zum Haus meines Sohnes und fanden nach einiger Zeit ein geheimes Versteck, welches eine Waage und neun völlig gleich wirkende Kugeln enthielt.

Das Rätsel von Rambak. Mir fiel das Kinderrätsel wieder ein, allerdings nicht mehr die Lösung. Die Aufgabe bestand darin aus den neun Kugeln, diejenige herauszuwiegen, welche ein wenig schwerer als die restlichen ist. Jedoch konnte man die Waage nur zweimal benutzen, um das Rätsel zu lösen. Genau vor der gleichen Aufgabe stand auch der Zwergenabenteuerer Rambak, Sohn von Gambak Trollfresser, vor mehr als drei Jahrhunderten.
Wir berieten uns und konnten tatsächlich die Lösung des Rätsels herausfinden. Wir nahmen die schwere Kugel mit und konnten sie eine Öffnung im Kamin hineinrollen lassen.

Tatsächlich öffnete sich eine kleine Kammer. Diese war jedoch leer. Entsetzen machte sich breit.
Doch ich hatte etwas entscheidendes vergessen. Daglom hatte nur einige Wochen zuvor den Silberstern zu Farodam, Sohn des Thergram gebracht, ein Neffe 2. Grades meinerseits. Also machten wir uns auf zu ihm nach Bree.

Zunächst erzählte er uns, dass der Stein seine Macht verloren habe, aber er kannte einen Weg ihm seine ürsprüngliche Gabe wieder zurückzugeben. Er schickte uns also aus um einige Reagenzien zu holen, die er in einem Ritual dem Stein zuführen wollte.

Jagdmeister Thurinor verstand es vortrefflich uns sicher und überaus schnell durch die Gefilde zu bringen, so dass wir nach kurzer Zeit in den eisigen Winden Forochels standen. Auch wenn die Kälte uns zusetzte, so ritten wir doch schnellen Gallops los, um den Eisgrimmigen der hiesigen Gegend den Gar auszumachen und uns ihre magischen Essenzen anzueignen. Denn diese waren für das folgende Ritual von äußerster Wichtigkeit. Ich konnte ebenfalls einen Mondstein ergattern, der ebenfalls vonnöten war.

Auch in das Vorgerbirge Angmars trieb uns Farodam, um den dortigen Drachen ihre Schuppen vom Leibe zu ziehen. Um ehrlich zu sein bereitete der Aufstieg meinen alten Knochen mehr Anstrengung, als die Kämpfe die wir fochten. Waren meine Begleiter doch wersierte Kämpen und vorzüglich im Umgang mit Schwert, Bogen und Zauberspruch.

So hatten wir alsbald alle Ingerdenzien, um nach Bree ins „Tänzelnde Pony“ zurückzukehren. Wir fanden meinen Neffen Farodam bei Speis und Trank. Jedoch machte er sich gleich mit meinen Gefährten auf, um das Ritual vorzubereiten. Ich für meinen Teil musste hier die Reise abbrechen. Mein Alter und die vielen Tage, die ich in den letzten Monden in meiner Schreibstube verbrachte zeigten ihr Wirkung. Ich gab das Leben meines Sohnes also in die Hände derer, denen ich am meisten vertraue. In die Hände der Nenwaith, den Kriegern des Wassers.